Worin unterscheiden sich die beiden Programme?

Beide Programme fördern Forschung und Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen mit einem Zuschuss auf Basis von Artikel 25 der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung. Der Unterschied liegt in Reichweite, Höhe und Verfahren.

Aspekt

ZIM

KMU-innovativ

Thema

branchen- und themenoffen

gebunden an Photonik und Quantentechnologien

Förderquote (kleines Unternehmen)

bis 60 %

bis 80 % bei industrieller Forschung mit wirksamer Zusammenarbeit

Förderhöchstbetrag

Einzelprojekt 690.000 €, Kooperation 560.000 € je Unternehmen

keine starre Grenze; meist einige Hunderttausend bis wenige Millionen Euro

Antragsweg

laufend, keine Stichtage

zweistufig, Stichtage 15. April und 15. Oktober

Auswahl

Einzelprüfung des Antrags

Wettbewerb zwischen den Skizzen

Dauer bis Bescheid

kürzer

in der Regel sechs bis neun Monate

Wann ist KMU-innovativ die bessere Wahl?

KMU-innovativ ist vorzuziehen, wenn das Vorhaben eindeutig der Photonik oder den Quantentechnologien zuzuordnen ist und ein hohes wissenschaftlich-technisches Risiko trägt. Dann spielt das Programm seine Stärke aus: Über die höhere Grundquote der industriellen Forschung und den Aufschlag für eine wirksame Zusammenarbeit erreicht ein kleines Unternehmen bis zu 80 Prozent Förderung, deutlich mehr als im ZIM. Auch das fehlende starre Budgetlimit hilft größeren Vorhaben. Der Preis ist das Wettbewerbsverfahren mit Stichtagen und die längere Dauer bis zum Bescheid.

Wann ist das ZIM die bessere Wahl?

Das ZIM ist vorzuziehen, wenn das Thema nicht in die Felder der Photonik oder Quantentechnologien fällt, denn dort ist KMU-innovativ nicht zugänglich. Es ist auch dann die pragmatischere Wahl, wenn ein schneller, planbarer Zugang ohne Wettbewerb gefragt ist: Anträge laufen jederzeit, und es entscheidet keine Konkurrenz einer Bewertungsrunde. Hinzu kommen die flankierenden ZIM-Instrumente, die Durchführbarkeitsstudie und die Leistungen zur Markteinführung, die KMU-innovativ nicht kennt. Wer eine niedrigere Quote gegen Geschwindigkeit und Offenheit eintauscht, ist im ZIM richtig.

Kann ich beide Programme nutzen?

Für dasselbe Vorhaben nicht. Ein Doppelantrag in ZIM und KMU-innovativ für ein und dasselbe Forschungsvorhaben ist ausgeschlossen. Möglich ist dagegen die zeitlich oder sachlich getrennte Nutzung: Verschiedene Vorhaben können nacheinander oder nebeneinander in beiden Programmen gefördert werden, solange sie sich klar voneinander abgrenzen lassen. Trifft Förderung mit der Forschungszulage zusammen, gilt das Verbot der Doppelförderung derselben Kosten; eine saubere Trennung der Personalstunden ist dann zwingend. Diese Abgrenzung behandeln wir gesondert.

Was haben beide Programme gemeinsam?

Beide gewähren einen nicht rückzahlbaren Zuschuss und beruhen auf Artikel 25 der Gruppenfreistellungsverordnung. In beiden muss der Antrag vor dem Vorhabenbeginn gestellt werden; ein vorzeitiger Beginn kostet die Förderung. Und in beiden lässt sich die Förderung mit der Forschungszulage kombinieren, sofern dieselben Kosten nicht doppelt geltend gemacht werden. Die Wahl zwischen den Programmen ändert an diesen Grundregeln nichts.

Häufige Fragen

Welches Programm fördert höher?

KMU-innovativ. Ein kleines Unternehmen erreicht in der industriellen Forschung mit wirksamer Zusammenarbeit bis zu 80 Prozent, im ZIM sind es bis zu 60 Prozent.

Welches Programm ist schneller?

Das ZIM. Es nimmt Anträge laufend an, während KMU-innovativ mit Stichtagen und einem Wettbewerb arbeitet und sechs bis neun Monate bis zum Bescheid braucht.

Kann ich mein Vorhaben in beiden Programmen einreichen?

Nein. Für dasselbe Vorhaben ist nur eines der beiden Programme zulässig. Verschiedene Vorhaben können in beiden gefördert werden.

Mein Thema ist keine Photonik und keine Quantentechnologie. Was bleibt?

Dann kommt KMU-innovativ Photonik und Quantentechnologien nicht in Betracht; das themenoffene ZIM bleibt die Alternative.

Kann ich zusätzlich die Forschungszulage nutzen?

Ja, in beiden Fällen, solange dieselben Personalkosten nicht zugleich im Programm und in der Forschungszulage geltend gemacht werden.

Unsere fachliche Einschätzung

Die Programmwahl ist im Kern eine Abwägung zwischen Quote und Aufwand. Passt das Thema in die Photonik oder die Quantentechnologien, ist KMU-innovativ wegen der spürbar höheren Förderquote meist die wirtschaftlich bessere Wahl, sofern das Vorhaben das Wettbewerbsverfahren und die längere Dauer verträgt. Liegt das Thema außerhalb oder zählt Geschwindigkeit, führt der Weg über das ZIM. Aus unserer Sicht sollte die Entscheidung früh fallen, weil sie Antragsweg, Zeitplan und Budgetstruktur prägt; eine späte Korrektur kostet eine ganze Bewertungsrunde. In Zweifelsfällen lohnt der Blick auf die Reife des Vorhabens: Je forschungsnäher und risikoreicher, desto eher spielt KMU-innovativ seine höhere Quote aus.

Konkrete Handlungsschritte

Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Thema in die Photonik oder die Quantentechnologien fällt.

Stellen Sie der höheren Quote von KMU-innovativ den Aufwand des Wettbewerbsverfahrens gegenüber.

Wählen Sie das ZIM, wenn Geschwindigkeit, Themenoffenheit oder Markteinführungsleistungen entscheidend sind.

Reichen Sie dasselbe Vorhaben nur in einem der beiden Programme ein.

Sichern Sie bei paralleler Nutzung der Forschungszulage die Trennung der Kosten.

Rechtsstand: Juni 2026.

Perfektion ist planbar.

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