Was ist PROFI Transfer Plus?

Transfer Plus ist das Verbundmodul von PROFI und das mit Abstand am höchsten dotierte. Es fördert die intensive Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Wissenschaft in Hamburg und ist auf anspruchsvolle Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zugeschnitten. Die Förderung erreicht bis zu 2 Millionen Euro je Kooperationsprojekt. Anders als die übrigen Module wird Transfer Plus aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und der Stadt Hamburg kofinanziert; die IFB Hamburg handelt dabei als zwischengeschaltete Stelle für den EFRE.

Wer kann teilnehmen?

Transfer Plus setzt einen Verbund voraus. Beteiligt sind Unternehmen mit Hamburger Betriebsstätte, bevorzugt kleine und mittlere Unternehmen, gemeinsam mit einer Hamburger Hochschule oder Forschungseinrichtung. Mindestens ein Kooperationspartner muss ein KMU sein. Damit ist das Modul auf den Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ausgerichtet und nicht für rein einzelbetriebliche Vorhaben gedacht; dafür gibt es PROFI Standard.

Welche Zukunftsfelder werden gefördert?

Transfer Plus fördert nur Vorhaben in einem der fünf Hamburger Zukunftsfelder:

Gesundheit

Klima und Energie

Mobilität

Materialwissenschaften und neue Materialien

Data Science und Digitalisierung

Diese Felder leiten sich aus der Regionalen Innovationsstrategie Hamburgs ab. Ein Vorhaben, das in keines der Felder passt, ist über Transfer Plus nicht förderfähig; es bleibt dann der Weg über PROFI Transfer ohne EFRE-Komponente. Die Einordnung eines Vorhabens in ein Zukunftsfeld ist deshalb eine zentrale Weichenstellung, die bereits in der Skizze überzeugen muss.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung erreicht bis zu 2 Millionen Euro je Kooperationsprojekt und liegt damit deutlich über den übrigen Modulen. Die Quote für die beteiligten Unternehmen richtet sich nach Größe und Forschungsphase: Je kleiner das Unternehmen und je grundlagennäher die Forschung, desto höher der mögliche Satz. Eine beteiligte Forschungseinrichtung wird für ihre nichtwirtschaftliche Tätigkeit mit bis zu 100 Prozent gefördert. Die genaue Quote hängt vom Einzelfall ab und sollte in der Vorabberatung der IFB Hamburg geklärt werden.

Wie läuft das Verfahren?

Das Verfahren beginnt mit einer Projektskizze, die in einem persönlichen Gespräch mit der IFB Hamburg erörtert wird. Nach einer positiven Einschätzung und der Aufforderung durch die IFB reichen Sie den Antrag über das digitale Kundenportal ein. Anschließend holt die IFB ein wissenschaftliches Fachgutachten zu Ihrem Vorhaben ein, bevor die IFB-Vergabekommission für Innovation über die Förderung entscheidet. Nach der Bewilligung folgen Zwischenberichte und der Mittelabruf, nach Abschluss der Verwendungsnachweis. Das wissenschaftliche Fachgutachten ist dabei ein fester Bestandteil des Verfahrens und sollte bei der Planung der Zeitachse berücksichtigt werden.

Was ist bei der EFRE-Kofinanzierung zu beachten?

Die Kofinanzierung aus dem EFRE bringt zusätzliche Pflichten mit sich, die über die übrigen Module hinausgehen. Dazu gehören Berichtspflichten mit Indikatoren zum Projektfortschritt und Publizitätspflichten, etwa die sichtbare Kennzeichnung der EU-Förderung. Wichtig ist außerdem eine beihilfe- und kohäsionsrechtliche Grenze: EFRE-Mittel dürfen nicht mit anderen EU-Mitteln, etwa aus Horizon Europe, für dieselben Kosten kombiniert werden. Wer Transfer Plus neben einer EU-Förderung nutzen will, muss die Kosten strikt trennen. Das Modul ist zudem an die laufende EFRE-Förderperiode bis 2027 gebunden.

Häufige Fragen

Wie viel Förderung ist über Transfer Plus möglich?

Bis zu 2 Millionen Euro je Kooperationsprojekt; das Modul ist das höchstdotierte von PROFI.

Muss ein KMU beteiligt sein?

Ja. Der Verbund besteht aus Unternehmen und Hamburger Wissenschaft, und mindestens ein Kooperationspartner muss ein KMU sein.

Mein Vorhaben passt in kein Zukunftsfeld. Was nun?

Dann ist Transfer Plus nicht zugänglich. Es bleibt der Weg über PROFI Transfer ohne EFRE-Komponente.

Kann ich Transfer Plus mit Horizon Europe kombinieren?

Nicht für dieselben Kosten. EFRE-Mittel und andere EU-Mittel dürfen nicht für dieselben Kosten zusammentreffen; eine strikte Kostentrennung ist erforderlich.

Was unterscheidet das Verfahren von den anderen Modulen?

Es folgt demselben Ablauf mit Skizze, Gespräch, Antrag und wissenschaftlichem Fachgutachten, ist aber durch die EFRE-Pflichten dokumentationsintensiver.

Unsere fachliche Einschätzung

Transfer Plus ist für ein ambitioniertes Hamburger Verbundvorhaben das attraktivste PROFI-Modul, weil es den Förderrahmen auf bis zu 2 Millionen Euro hebt und die hohe Quote der Forschungseinrichtung einbindet. Aus unserer Sicht entscheidet sich der Erfolg an zwei Stellen früh. Erstens an der Einordnung in ein Zukunftsfeld: Sie ist die Eintrittsvoraussetzung und muss in der Skizze tragen, nicht nachträglich konstruiert wirken. Zweitens an der EFRE-Disziplin: Die Berichts- und Publizitätspflichten und vor allem das Verbot, dieselben Kosten zusätzlich aus anderen EU-Mitteln zu fördern, verlangen eine saubere Kostenabgrenzung von Beginn an. Wer parallel eine EU-Förderung anstrebt, sollte die Arbeitspakete sauber trennen, damit aus der Kombination kein Rückforderungsrisiko wird.

Konkrete Handlungsschritte

Prüfen Sie, ob Ihr Vorhaben eindeutig in eines der fünf Hamburger Zukunftsfelder fällt.

Stellen Sie den Verbund mit einer Hamburger Hochschule oder Forschungseinrichtung auf, mit mindestens einem KMU.

Planen Sie Zeit für das wissenschaftliche Fachgutachten in der Zeitachse ein.

Richten Sie die Dokumentation früh auf die EFRE-Berichts- und Publizitätspflichten aus.

Trennen Sie die Kosten strikt, wenn Sie parallel eine EU-Förderung wie Horizon Europe nutzen wollen.

Rechtsstand: Juni 2026.

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